13. April 2015 / Albert Jeltsch

Neues Forschungsprojekt am IBC

Editierung von Imprinting Defekten

Editierung von Imprinting Defekten mittels gerichteter Methylierung

Ziel dieses neuen Projekts ist es, die fehlerhafte DNA Methylierung bei Imprinting Erkrankungen zu korrigieren. Hierzu werden sogenannte DNA Methyltransferasen eingesetzt, Enzyme die Methylgruppen auf die DNA übertragen. Diese sollen durch Zinkfingerproteine gezielt an die DNA Stellen im Genom gebracht werden, an denen die DNA Methylierung korrigiert werden muss. Solche Zinkfingerproteine sollen eingesetzt werden, weil ihre DNA Bindungsspezifität artifiziell entwickelt werden kann. Wir werden im Zuge des Projekts Zinkfingerproteine erzeugen, die spezifisch an den Prader/Willi- und Angelmann Syndrom Locus binden. Die Bindung wird präferentiell an die DNA Sequenzen gerichtet, in denen der DNA Methylierungsdefekt bei Patienten mit Imprinting Erkrankungen auftritt. Falls die Adressierung an den Prader/Willi- und Angelmann Syndrom Locus nicht erfolgreich ist, soll alternativ wird auch mit dem Beckwith/Wiedemann- und Silver/Russel-Syndrom Locus gearbeitet werden. Die Bindung der Zinkfingerproteine an die Zielregionen soll verifiziert werden. Dafür kommt eine als Chromatin Immunpräzipitätionsexperiment bezeichnete Methode zum Einsatz, die es erlaubt, die Bindung von Proteinen an DNA genomweit zu untersuchen. Die so hergestellten Zinkfingerproteine werden anschließend mit DNA Methyltransferasen fusioniert, um die Zielregionen zu methylieren und damit den Methylierungsdefekt zu korrigieren. Um die Zinkfingerprotein-Methyltransferase Konstrukte in Zellen einzubringen, werden verschiedene Methoden erprobt. Anschließend werden die Änderungen der DNA Methylierung in beiden Allelen unter Verwendung der Ressourcen des Konsortiums untersucht. Bei erfolgreicher Methylierung der Zielregionen wird die allelspezifische Genexpression der entsprechenden geprägten Gene analysiert.

Das Projekt ist Bestandteil des Konsortiums „Imprinting-Erkrankungen: Klinisches Spektrum und pathogenetische Mechanismen“ und wird vom BMBF in der Fördermaßnahme „Translationsorientierte Verbundvorhaben im Bereich der seltenen Erkrankungen“ unterstützt.

Kontakt
Albert Jeltsch
Zum Seitenanfang